EHC Burgdorf trotz abruptem Ende mit positiver Saison-Bilanz
Die Burgdorfer Eishockeyaner scheiterten zwar vor zwei Wochen in den Playoff-Halbfinals gegen Prättigau-Herrschaft. Für Headcoach und Sportchef Martin Muralt überwog aber in der abgelaufenen Saison das Positive: «Wir haben eigentlich fast alle unserer Ziele erreicht».
Der 42-Jährige blickt auf sein erstes Jahr in dieser Doppel-Funktion zurück. «Die Belastung ist zwar gross, weil wir sportlich meist gut unterwegs waren, blieben mögliche Friktionen glücklicherweise aus». Ob es auch nächste Saison so weitergehe, sei derzeit noch offen, denn jetzt gelte es vorerst einmal, die kurze Pause zu geniessen und etwas durchzuatmen. Zuversicht verheisse, dass die Mannschaft mit wenigen Ausnahmen zusammenbleiben dürfte und zudem auf die nächste Saison hin auch mit dem einen oder anderen vielversprechenden Zuzug gerechnet werden könne.
Aber zurück zur eben abgelaufenen Spielzeit. «Natürlich war das Scheitern im Halbfinal ärgerlich – leider hat der Playoff-Modus halt den Nachteil, dass jeweils nur ein Team die Saison mit einem Sieg abschliesst», so Muralt fatalistisch. Während aber etwa bei Prättigau-Herrschaft zuvor lange ausgefallene Schlüsselspieler just auf die entscheidende Phase zurückgekehrt seien, hätte dem EHCB auch in den Playoffs nicht zuletzt die Erfahrung der langzeitverletzten Kevin Manco, Roy Moser und Michael Ruch gefehlt. Gerade deren Routine hätte vielleicht in den beiden erst in der Verlängerung verlorenen Heimspielen gegen die Bündner für einen anderen Ausgang sorgen können.
«Trotzdem, wenn ich bedenke, dass uns nach zahlreichen Abgängen und dem Verlust von viel Routine anfänglich nur wenig Kredit eingeräumt worden war, können wir auf unser Abschneiden sehr stolz sein», bilanziert Muralt seine erste Headoach-Saison. Und nachdem man zwischenzeitlich gar um einen Platz in der Top-6-Masterround habe bangen müssen, sei der – natürlich auch mit etwas Glück zustande gekommene – zweite Schlussrang in der Regular Season natürlich eine schöne Überraschung gewesen. Aber schon nach den beiden Auftaktsiegen in der Viertelfinal-Serie gegen Hockey Reinach habe sich gezeigt, dass es der Mannschaft vor allem an Erfahrung mangle. Als die Aargauer mit dem Rücken zur Wand plötzlich destruktiver und provokativer agiert hätten, habe man vorerst keine Antwort gefunden und das Weiterkommen dank Charakter und starkem Teamgeist schliesslich doch noch bewerkstelligen können.
Und Martin Muralt ist es wichtig, zu betonen, dass nebst dem resultatmässig erfolgreicheren Abschneiden als erwartet vor allem auch die Entwicklung der Mannschaft erfreulich sei. «Einerseits wuchs meine Truppe früh zu einer verschworenen Einheit, in der jeder für jeden kämpfte und alle, also auch jene, denen kleinere Rollen zukamen, stets am gleichen Strick zogen». Abstriche macht er eigentlich nur bei der Chancenauswertung – «aber dies bemängelt wohl fast jeder Trainer», gibt Muralt sich diesbezüglich realistisch. Positiv sei dagegen die sportliche Entwicklung namentlich mehrerer jüngerer Spieler, die während den Absenzen von Routiniers Verantwortung übernommen und selbst unter Druck zum Teil über Erwarten performt hätten.
Diese Jungen, von denen auf die kommende Saison hin weitere nachstossen würden, seien weiterhin das Kapital und die Lebensversicherung des EHC Burgdorf. Dieser müsse nämlich nach wie vor auch finanziell um jeden Franken kämpfen und könne sich keine kostspieligen Verstärkungen leisten. «Anderseits profitieren wir von der guten regionalen Zusammenarbeit etwa mit den MHL-Klubs Hockey Huttwil oder SC Langenthal beziehungsweise mit Koppigen (2. Liga) sowie unserer als SV Lyssach in der dritten Liga spielenden zweiten Mannschaft», so Muralt für einmal primär in seiner Rolle als Sportchef. Weiterhin erfreulich entwickle sich zudem beim Nachwuchs die gemeinsame Organisation «Hockey Country Ämmitau» mit den SCL Young Tigers, Brandis Juniors und HC Huskys.
zvg

